Physiotherapie

Die Physiotherapie ist ein Heilmittel für Patient_innen jeder Altersstufe, das sich in der Gesamtheit mit Effektivität von Bewegungen und Körperfunktionen beschäftigt. Diese Therapie kann vorbeugend, bei akuten Beschwerden oder als rehabilitative Maßnahme z.B. zur Wiedereingliederung in Beruf, Alltag, Hobbys und sozialem Umfeld eingesetzt werden.

Nach einer genauen Untersuchung werden mit dem Patient_innen Ziele für die Therapie festgelegt. Während der Therapie wird fortlaufend der Dialog zwischen Befund und Behandlung geführt und somit ein individueller, zielorientierter Behandlungsplan erstellt.

Wir wenden in der Physiotherapie folgende Therapiemethoden an:

Bobath

Eine der drei Therapiesäulen (neben Vojta und PNF) in der Behandlung von neurologischen Erkrankungen.

Wir sind überzeugt, dass wir mit der Therapie nach Bobath ein effektives Werkzeug in der Rehabilitation von neurologischen Patient_innen anwenden können. Uns ist es wichtig, dass ein Großteil unserer Therapeut_innen im Sinne der Bobath-Therapie denkt und behandelt und finanzieren daher die Bobath-Ausbildung für unsere Mitarbeiter zu 100 %.

Therapie nach Bobath

Das Bobath-Konzept ist ein problemlösungsorientierter Zugang zur Befundaufnahme und Behandlung von Individuen mit Störungen von Funktion, Bewegung und Tonus aufgrund einer Läsion des zentralen Nervensystems.

Die Person wird hinsichtlich ihrer Funktionen innerhalb wechselnder Umgebungen beurteilt. Der Behandlungsprozess ist individuell auf die bio-psycho-sozialen Bedürfnisse abgestimmt und schließt präventive und begünstigende Aspekte mit ein. Ein interaktiver Prozess zwischen der betroffenen Person, dem interdisziplinären Team und den Angehörigen und/oder den Pflegepersonen führt zu einer angemessenen Behandlung innerhalb des 24-Stunden-Tages.

Das Ziel der Behandlung ist die Optimierung von Funktionen. Der fortlaufende Prozess von Befundaufnahme und Behandlung richtet sich sowohl nach vorrangigen Beeinträchtigungen von Funktionen, ebenso wird die verbesserte Kontrolle in die Teilnahme am täglichen Leben integriert. Während der Behandlung versucht der/die Therapeut/in, die Haltungs- und Bewegungsmuster zu optimieren, um ihre Effektivität zu verbessern.

Die Behandlung ist durch die Suche nach Lösungen für diejenigen Aspekte des motorischen Verhaltens charakterisiert; die die erfolgreiche Durchführung einer Aktivität stört. Dies schließt einerseits die aktive Teilnahme des Individuums mit ein, als auch die spezifische Handhabung durch den/die Therapeuten/in, die an die jeweiligen individuellen Erfordernisse angepasst und allmählich, um Unabhängigkeit zu erreichen, abgebaut wird. Die motorische Aufgabe und die Umgebung werden je nach Bedarf strukturiert.

Vojta für Kinder und Erwachsene

Eine effektive Behandlungsmöglichkeit in der Therapie neurologischer Erkrankungen von Kindern und Erwachsenen.

Vojta-Therapie

Bei der Vojta-Therapie übt der Therapeut beim Patienten einen gezielten Druck auf bestimmte Körperzonen aus. Dadurch kommt es zu einer koordinierten, rhythmischen Aktivierung der gesamten Skelettmuskulatur und zu einer Ansprache unterschiedlicher Schaltungsebenen des zentralen Nervensystems. Alle motorischen Bewegungen, die beim Menschen in der Entwicklung vom Greifen, Umdrehen, Krabbeln, Aufstehen und Gehen erscheinen, werden damit sichtbar angesprochen. Die in einer bestimmten Ausgangsstellung durch Druckreize ausgelösten, regelmäßig und zyklisch ablaufenden motorischen Reaktionen sind bereits beim Neugeborenen vollständig auslösbar.

Einsatzgebiet der Vojta-Therapie

Die Vojta-Therapie wird als Basistherapie bei praktisch jeder Haltungs-und Bewegungsstörung und zahlreichen Erkrankungen eingesetzt. Zum Beispiel bei zentralen Koordinationsstörungen im Säuglingsalter, cerebralen und peripheren Paresen, zur Mitbehandlung von Fehlentwicklungen der Hüfte oder des Fußes, bei Funktionseinschränkungen der Wirbelsäule oder bei verschiedenen Muskelerkrankungen. Die Frühdiagnostik nach Vojta wird angewandt, um einem Kind möglichst früh eine Therapie zu ermöglichen.

Wirkungsspektrum der Vojta-Therapie

Die Vojta-Therapie kann bei Säuglingen, Kindern und Erwachsenen gleichermaßen angewandt werden.

Die besten Resultate werden erzielt, wenn sich beim Patienten noch keine sog. motorischen Ersatzmuster entwickelt und fixiert haben.

Ziel der Behandlung ist die Aktivierung und Erhaltung physiologischer Bewegungsmuster, darüber hinaus Rückführung und Integration nicht fixierter abnormer Bewegungsmuster in normalmotorische Abläufe bis hin zur vollkommenen Beherrschung der willkürlichen Motorik.

PNF

Eine weitere Therapiesäule (neben Bobath und Vojta) in der Behandlung von neurologischen Erkrankungen.

(Proprioceptive Neuromuskuläre Facilitation)
Hierbei handelt es sich um die Bahnung von Bewegungen über die funktionelle Einheit von Nerv und Muskel. Diese Bahnung lässt sich stimulieren durch:

  • Reize über den Bewegungsapparat, wie Dehnung sowie durch Zug und Druck auf die Gelenke
  • Reize über die Haut durch Berühren
  • Reize über das Auge durch Blickkontakte
  • Reize über das Gehör durch Kommandos
  • Durch PNF soll die Koordination der Bewegungsabläufe und die Muskelspannung normalisiert wie auch eine physiologische Muskelspannung und -dehnung erreicht werden.

Manuelle Therapie

Effektiver Baustein der Physiotherapie bei Funktionseinschränkungen des Bewegungsapparates

In der Diagnostik setzt sich die Manuelle Therapie mit den reflektorischen Reaktionen an den Muskeln, Bändern und der Haut wie auch der Prüfung der Gelenkmechanik und Beurteilung der Muskelfunktionen und -Koordination auseinander. Die Therapiemethoden der Manuellen Therapie setzen sich aus Mobilisation der Gelenke und einer reinen Muskulaturbehandlung, unter welcher man die Dehnung der verkürzten Muskulatur und Kräftigung der geschwächten Muskulatur versteht, zusammen. Mit ihr soll eine Verbesserung der Gelenkfunktionen und das Normalisieren des Muskeltonus (Spannungszustand), also das Lösen von Hartspännen in der Muskulatur und eine Schmerzlinderung erreicht werden.

Manuelle Lymphdrainage

Behandlung von angeborenen oder erworbenen Ödemerkrankungen.

Die manuelle Lymphdrainage ist eine spezielle Massagetechnik mit dem Ziel der Entödemisierung des Gewebes (Abtransport von Gewebeflüssigkeit). Ein Ödem ist eine Ansammlung von eiweißhaltiger und wässriger Flüssigkeit in den Gewebespalten, wodurch Schwellungen auftreten.
Die die Zwischenräume ausfüllende Flüssigkeit zwischen Haut, Unterhaut, Bindegewebe und Muskulatur wird über das Lymph- und Venengefäßsystem in den Körperkreislauf abtransportiert.
Ziel dieser Art der Massage ist es, die Schwellungen und Verklebungen durch das Eiweiß zu beseitigen, eine Entstauung der betroffenen Körperregion (häufig der Arme oder Beine), Schmerzfreiheit und eine Neubildung von Lymphgefäßen an den Unterbrechungsstellen zu erreichen. Im Anschluss an die manuelle Lymphdrainage ist eine Kompressionsbehandlung bzw. eine aktive Bewegungstherapie zu empfehlen.

Klassische Massage

Massage ist eine natürliche Behandlung ohne Nebenwirkung. Die klassische Massage steigert die örtliche Durchblutung und reguliert den Muskeltonus. Massage hat eine schmerzstillende Wirkung und löst Narben und Gewebeverklebungen. Sie trägt außerdem zur psychischen Entspannung bei.

Gerätegestütze Krankengymnastik (KG-Gerät)

Kraft-, Ausdauer-, Beweglichkeits- und Koordinationstraining an Geräten.

Die gerätegestützte Krankengymnastik ist eine aktive Behandlungsform der Physiotherapie, bei der medizinische Trainingsgeräte und Zugapparate eingesetzt werden um gezielt Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination zu verbessern. Angewandt wird KG-Gerät z.B. bei Wirbelsäulenerkrankungen, Fehlhaltungen oder anderen Gelenkerkrankungen, bei denen es wichtig ist, gezielt Muskulatur zu kräftigen und die Leistungsfähigkeit zu steigern.

Unsere Physiotherapeut_innen erarbeiten je nach Krankheitsbild einen individuellen Behandlungsplan für Sie. Im Mittelpunkt steht dabei die Erarbeitung funktioneller Bewegungsmuster, um Ihre Symptome nachhaltig zu lindern.

Kälte- und Wärmetherapie

Diese Therapieformen werden zur Unterstützung der Physiotherapie angewandt.
Folgende Methoden kommen bei uns zum Einsatz:

  • Eis
  • Fango
  • Heißluft/Wärmestrahler
  • Heiße Rolle

Craniofaciale Therapie

Bei Problematiken mit Beschwerdehintergrund und Störungen des Hals-, Nacken-, Kopf-, Gesichts- und Kieferbereichs.

Craniofaciale Therapie

Physiotherapie bei Beschwerden und Störungen im Hals-, Nacken-, Kopf-, Gesichts- und Kieferbereich

Bei der Craniofacialen Therapie handelt es sich um eine Therapieform mit der Ausrichtung auf Beschwerden und Störungen im Hals-, Nacken-, Kopf-, Gesichts- und Kieferbereich. Mit dem Ziel die anatomischen Funktionsketten und Strukturen im Bereich Kopf, Kiefergelenk, Gesicht und Halswirbelsäule zu mobilisieren, wird zunächst eine Funktionsuntersuchung des Kiefergelenks, des Schädels und des Nervensystems im Schädel- und Gesichtsbereich durchgeführt.

Im nächsten Schritt werden auch Wirbelsäule, Schultergürtel und Hüfte miteinbezogen. Bestandteil der Behandlung sind manualtherapeutische Behandlungstechniken sowie ein auf den Patienten zugeschnittenes Übungsprogramm, welches aus Automobilisationen, Stabilisationen oder Änderungen allgemeiner Verhaltensweisen im Alltag besteht.

Für den Erfolg der Therapie kann das Einbeziehen und der interdisziplinäre Austausch mit anderen Berufsgruppen notwendig sein. So kann beispielsweise eine vom Zahnarzt/Kieferorthopäden durchgeführte Schienentherapie den Therapieerfolg unterstützen.

Die Craniofaciale Therapie ist sinnvoll bei Beschwerden:

  • im Kieferbereich wie z.B. CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion), Diskusprobleme (Kieferknacken), Zähneknirschen/-pressen, Begleitung kieferorthopädischer Behandlungen, Chronische Zahnschmerzen, u.a.
  • bei Säuglingen, Kinder, Jugendliche wie z.B. Geburtstrauma, Stillprobleme, Schreien, Unruhe, Drei-Monats-Koliken, Opisthotonus, Orofaciale Störungen, Motorische Retardation, Entwicklungsverzögerung, Konzentrationsstörung, KISS-Syndrom, u.a.
  • der Nerven wie z.B. Fazialis-Parese, Post-Herpetischer Schmerz, Herpes Zoster (Gürtelrose)
  • im Kopfbereich wie z.B. Schwindel, Atypischer Ohrschmerz, Spannungskopfschmerzen, Migräne, Fazialisparese, Trigeminusneuralgie, Chronische Mittelohrentzündung, Chronische Kiefer-, Stirnhöhlenentzündungen, trockene /müde Augen, Schiefhals, Ohrrauschen/Tinnitus
  • in der Schädelentwicklung, bspw. Gesichts-Asymmetrie, Kraniosynosthose, Plagiocephalie

Galileo Vibrationstherapie

Das Galileo ist ein Therapiegerät, welches durch hochfrequente Vibrationen ein enorm effizientes Muskeltraining ermöglicht.

Galileo Vibrationstherapie

Mit dem Galileo-Trainingsgerät für Kinder und Erwachsene werden neurologische und orthopädische Erkrankungen behandelt.

Das Galileo ist ein Therapiegerät, welches durch hochfrequente Vibrationen ein enorm effizientes Muskeltraining ermöglicht.

Die Bewegungen des Galileo beruhen auf dem natürlichen Bewegungsablauf des Menschen beim Gehen. Die hochfrequenten seitenalternierenden Wippbewegungen der Trainingsplattform verursachen eine Kipp-Bewegung des Beckens, auf die der Körper mit rhythmischen Muskelkontraktionen in rechter und linker Körperhälfte reagiert.

Diese Muskelkontraktionen erfolgen ab einer Frequenz von ca. 12 Hertz nicht willentlich, sondern reflexgesteuert über den sogenannten Dehnreflex. Dadurch wird die Muskulatur in Beinen, Bauch und Rücken bis hinauf in den Rumpf aktiviert. So kann auch Muskulatur, die nur schwer angesteuert werden kann, schnell und effizient gekräftigt werden.

Therapeutisches Klettern

Physiotherapie an der Kletterwand

Therapeutisches Klettern

Das Therapeutische Klettern ist die Verbindung der Bewegung in der Vertikalen mit dem Hintergrundwissen der Physiotherapie. Klettern bietet spielerische, gezielte und reaktive Handlungsabfolgen, welche sich durch die Instruktion vom geschulten Physiotherapeuten präventiv, kurativ sowie rehabilitativ einsetzen lassen.

Die Verwendung einer künstlichen Kletterwand im Rahmen der physiotherapeutischen Arbeit ist sowohl aus entwicklungsphysiologischen, neurophysiologischen als auch biomechanischen Gesichtspunkten sinnvoll.

Konkret lässt sich diese Therapieform z.B. bei Kreuzbandoperierten, bei Kindern und Erwachsenen mit Skoliose, bei Parkinsonpatienten, bei Leuten mit chronischen Wirbelsäulenbeschwerden, Kindern mit sensomotorischen Defiziten, etc. anwenden.

Sei es das Ziel der Beinachsenstabilität oder der Schultergelenkstabilisierung, das Ziel der Kräftigung der Bauch- und Rückenmuskulatur, das Ziel der Verknüpfung beider Körper- und Gehirnhälften, aber auch das Ziel der Quadrizepsdehnung, individuell und problembezogen werden die Übungen an der therapeutischen Kletterwand instruiert.

Das moderne Sportklettern stellt die Grundlage für das Klettern als physiotherapeutisches Therapiekonzept dar. Die Vorteile sind, dass geschlossene Muskelketten mit dem eigenen Körpergewicht trainiert werden können. Deshalb eignet sich die Kletterwand besonders für ein Stabilisationstraining nach Sportverletzungen. Außerdem fördert es den Gleichgewichtssinn und die Beweglichkeit des gesamten Körpers. Spielerische Bewegungsaufgaben an der Kletterwand machen nicht nur Kindern Spaß, sondern lässt Krankengymnastik für alle Altersgruppen zu einem Erlebnis werden.

Taping in der Physiotherapie

Muskel- und Lymphabflussregulation durch elastische Bänder

Taping in der Physiotherapie

Das Wirkprinzip des elastischen, sehr hautfreundlichen Tapes ist völlig neuartig.

Im Gegensatz zu konventionellen Bandage- und Tape Methoden sollen die verletzten und schmerzhaften Strukturen aktiviert werden.

Das Tape lässt sich problemlos auf die Haut auflegen und durch die Elastizität werden Bewegungen in keiner Weise eingeschränkt, sondern unterstützt und begleitet.

Wirkung:

Durch die spezifische Art des Tapens wird der Tonus in der Muskulatur reguliert. Verspannte Muskeln können durch eine bestimmte Anlagetechnik entspannt, und schlaffe, atrophierte Muskeln tonisiert werden. Durch Reizung bestimmter Rezeptoren (Mechanorezeptoren) werden die Schmerzrezeptoren gedämpft und so die körpereigene Schmerzregulation aktiviert. Oft kommt es direkt nach Anlage des Tapes zu einer sofortigen Schmerzlinderung.

Weiterhin sorgt die Tape Methode für einen verbesserten Lymphstrom und so für eine beschleunigte Regeneration.

Durch Stimulierung der Rezeptoren wird in den Gelenken ein besseres Bewegungsgefühl erreicht.

Nervenmobilisation nach D. Butler

Mobiltäts- und Elastizitätserweiterung des Nervengewebes.

Die Methode der Nervenmobilisation basiert auf den Erkenntnissen des englischen Physiotherapeuten David Butler und behandelt die Tonusregulation im neuroorthopädischen Bereich.
Ziel ist die Verbesserung und der Erhalt der Mobilität und Elastizität des Nervengewebes und eine damit verbundene Schmerzreduktion.

Mögliche Indikationen:

  • Carpaltunnelsyndrom
  • Tennisellenbogen
  • Nervenwurzelprobleme